Algen aus dem Pool entfernen

Algen im Pool entfernen und deren Neubildung verhindern 

Niemals zuvor wurden derart zahlreich Pools und Schwimmbäder bei Schwimmbadbauern und Bauunternehmen in Auftrag gegeben, wie seit Ausbruch der COVID-19 Pandemie. Auch die mobilen Pools mit bis zu 10.000 Litern Fassungsvermögen sind nahezu permanent ausverkauft, denn die Menschen wollen trotz Reisebeschränkungen nicht auf ihren sommerlichen Badespaß verzichten. Insbesondere wenn ein Pool neu angeschafft wurde, bilden sich darin Algen, weil den Besitzern die Erfahrung im Umgang mit dem privaten Freibad fehlt. Wie du die Algen in deinem Pool nachhaltig beseitigen kannst und wie du deren Neubildung verhinderst, sind die Themen in diesem Heimwerker-Report. 

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Wissenswertes zum Thema Algen 

Unter dem Oberbegriff Algen wird eine Gruppe von Organismen zusammengefasst, die der Photosynthese mächtig sind. Diese Organismen sind in ihrem Erscheinungsbild und Vorkommen überaus vielfältig. 

Zu den wichtigsten Arten von Algen gehören: 

  • Seetang
  • Phytoplankton
  • Teichschaum
  • Algenblüte 

Algen sind Überlebenskünstler und kommen nahezu in jedem Habitat vor. Allerdings sind Algen vorzugsweise aquatisch lebende Organismen, die in Süßwasser ebenso zu finden sind, wie im Salzwasser. Die weiteren Lebensräume für Algen sind:

  • angelagert an Baumstämmen,
  • im Erdreich, 
  • an Wänden und Felsen,
  • in der Sandkruste der Wüsten, 
  • in Eis und Schnee,
  • in salinen Umgebungen wie dem Toten Meer,
  • im Fell von Tieren
  • und sogar in heißen Quellen. 

Das Erscheinungsbild der Algen variiert ebenso gravierend. Picoplankton ist mit lediglich 0,2 Mikrometern der Winzling unter den Algen. Der größte Artverwandte ist der Riesentang, dessen Wedel bis zu 60 Meter lang werden.  

Je nach Art pflanzen sich Algen asexuell, vegetativ oder durch Zellteilung fort. Etliche Algenarten beherrschen mehr als eine Fortpflanzungsmethode und sind entsprechend flexibel und erfolgreich in ihrer Verbreitung. Auch bei der Ernährung zeigen die Algen kein einheitliches Bild. Einige produzieren Kohlehydrate und Sauerstoff durch Photosynthese, andere fressen Bakterien oder entnehmen ihrer Umgebung gelöste Stoffe, die sie zur Energiegewinnung nutzen können. 

Wie Algen im Pool entstehen  

Das Wachstum von Algen in einem Pool oder Schwimmbad wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu gehört insbesondere die falsche Konzentration oder das Fehlen von Algenschutzmitteln. Auch ein falscher pH-Wert des Poolwassers kann zur schnellen Ausbreitung von Algen beitragen. Wachstumsfördernd sind ebenso das pralle Sonnenlicht, warmes Poolwasser oder Verschmutzungen. Insbesondere wenn Äste und Blätter in den Pool geweht wurden, kann dies einen rapiden Zuwachs der Organismen nach sich ziehen. 

Außerdem können diese Faktoren ursächliche oder begünstigende Auswirkungen auf das Algenwachstum haben: 

  • Haare,
  • Hautschuppen,
  • Sonnencreme oder Sonnenöl,
  • verunreinigte Gegenstände wie verdrecktes Spielzeug, 
  • Wildtiere wie Vögel, Eichhörnchen oder Marder, die den Pool zum Bad oder als Tränke nutzen. 

  Vorkommen von Algen im Pool 

Algen schwimmen frei im Poolwasser. In der Folge sind sie mit bloßem Auge erst dann erkennbar, wenn die hohe Konzentration der Organismen das Wasser bereits grün einfärbt. Außerdem lagern sich Algen an nahezu allen Materialien an, auch an Fliesen, Metall, im Pumpwerk der Poolpumpe oder am Boden des Schwimmbades. Quasi eine Brutstätte für Algen ist das Leitungssystem, welches vom Schwimmbecken zum Poolfilter führt, denn dieses ist für gewöhnlich nur schwer mechanisch zu reinigen. Zudem wird die Poolpumpe nicht dauerhaft betrieben, was optimale Wachstumsbedingungen für die Algen schafft. 

In einem anderen Artikel gehen wir auch explizit auf den Stromverbrauch von Poolpumpen ein!

Gesundheitsgefährliche Algen

Einige Algenarten produzieren ein Gift, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Andere entstehen in der Symbiose mit giftigen Bakterienkulturen. Rote Flut, Rote Pest oder einfach Algenblüte werden die giftigen Algen genannt, die vorzugsweise im Meer vorkommen. Diese Algenart ist durch ihre rötliche Farbe in der Regel gut erkennbar. Oftmals sind diese Algen dafür verantwortlich, wenn der Verzehr eigentlich essbarer Muscheln eine Lebensmittelvergiftung nach sich zieht. In einem Pool kommt eine Algenblüte fast nie vor, zumal die meisten Schwimmbecken mit Süßwasser gefüllt sind. 

Algen Gesundheitsgefährlich

Anders bei der Blaualge. Auch diese Algenart ist toxisch, kann sogar lebensgefährlich sein. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich hierbei um Cyanobakterien. Diese Bakterienkultur ist in der Lage die Photosynthese durchzuführen und stellt wie die meisten Algen große Mengen Sauerstoff her. Allerdings kann die Blaualge auch den Stickstoff aus der Luft umwandeln und erzeugt dann Ammoniak und andere toxische Substanzen.    

Der Oberbegriff Blaualge ist irreführend und nicht immer zutreffend. Einige Cyanobakterien tragen das Pigment Phycocyanin in sich. Dieses absorbiert rote Lichtwellenlängen, weshalb das Bakterium bläulich erscheint. Andere Arten tragen das grüne Pigment Chlorophyll, welches für die Photosynthese unerlässlich ist. Darüber hinaus finden sich Cyanobakterien mit dem Pigment Phycoerythrin, welches aus dem Licht die Wellenlängen absorbiert, durch welche wir die Farbe Grün erkennen können. Sind diese Bakterien im Pool, schimmert das Wasser von blass rosa bis tief rot.

Alle Algenarten müssen aus gesundheitlichen Gründen bekämpft werden, also nicht nur dann, wenn sie toxisch sind. Grund hierfür ist, dass in fast allen Algenpopulationen gesundheitsgefährliche Erreger wie E. coli, oder Salmonellen und sogar Parasiten, insbesondere Würmer vorkommen.

Werkzeuge und Materialien zur Algenbekämpfung im Schwimmbad    

Je nach Technik und Konstruktion des Schwimmbeckens kommen verschiedene mechanische Hilfsmittel und zudem chemische Substanzen zum Einsatz, mit denen Algen wirkungsvoll bekämpft werden.  

  • Poolbürste
  • Poolstange
  • Abschäumer
  • automatischer Poolsauger 
  • Wassertest-Kit
  • Pool-Schock mit Calciumhypochlorit
  • Algizid
  • Schutzbrille
  • Gummihandschuhe  

Schrittweise Anleitung zur Bekämpfung von Algen im Pool und zur Vorbeugung vor einer Algenneubildung 

Generell ist es einfacher, die Ausbreitung von Algen durch eine geeignete Vorbeugung zu verhindern. Haben sich Algen erst einmal in großer Anzahl im Pool und im Rohrleitungssystem angesiedelt, ist deren Bekämpfung immer mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Genau deshalb ist es so wichtig, ein Schwimmbad regelmäßig zu warten und die Qualität des Wassers zu überprüfen. 

Die Wartung eines Schwimmbeckens im Detail 

Kontrolliere mindestens wöchentlich den pH-Wert des Wassers im Schwimmbecken. Dieser sollte bei 7,0 bis 7,4 liegen, also bei neutral bis leicht alkalisch. Schon diese Maßnahme macht ein Algenwachstum eher unwahrscheinlich. 

Überprüfe die Funktionsfähigkeit des Filtersystems und dessen Zirkulationsgeschwindigkeit. Ist diese zu gering, können sich schneller Algen entwickeln.

Wöchentlich sollte der Pool geschockt werden, d.h. es sollte frisches Calciumhypochlorit oder Dichlor ins Wasser gegeben werden. Dies sollte immer am späten Nachmittag oder abends erfolgen, weil Chlor durch Sonnenlicht zerstört wird. Außerdem hat das Chlor so die Möglichkeit, über Nacht alle Bakterien und Algen im Wasser zu eliminieren.  

Die Zugabe von Chlor darf niemals zeitgleich mit der Anwendung eines Algizids erfolgen, weil sich beide Mittel ansonsten in ihrer Wirkweise gegenseitig aufheben. Zudem ist der Einsatz eines Algizids nicht notwendig, wird rechtzeitig und regelmäßig in ausreichender Menge gechlort.  

Mit einer Poolbürste sind die Wände und insbesondere die Stufen und Einstiege regelmäßig zu reinigen. Für den Boden des Schwimmbeckens bietet sich ein Poolroboter an, der ähnlich wie die Saugroboter für den Haushalt funktioniert. Besitzt du noch keinen, solltest du einen Poolroboter kaufen, denn diese Investition lohnt sich in der Tat. 

Ebenso wichtig ist die Reinigung des Poolfilters, der Poolpumpe, der Schaumsiebe und der Ansaugschächte im Schwimmbecken.

Haben sich Algen im Pool angesiedelt und sind inzwischen deutlich erkennbar, empfiehlt sich diese Vorgehensweise: 

Algen aus Pool entfernen Anleitung

Schritt 1: Überprüfen der Wasserqualität 

Mit dem Poolwasser-Testkit oder einem elektronischen Gerät zur pH-Wert-Messung überprüfst du das Wasser im Pool. Sollte der pH-Wert deutlich unter 7,0 liegen, muss dieser angehoben werden. Eine kurzzeitige Erhöhung auf rund 7,6 ist ratsam, bevor der pH-Wert bei 7,0 bis 7,4 gehalten wird. Mit dem Testkit lässt sich zudem ermitteln, ob der Chlorgehalt ausreichend ist. Ist dies nicht der Fall, sollte am selben Abend nachgechlort werden.

Schritt 2: Reinige den Poolfilter und das Rohrsystem 

Sind Algen im Pool, sind diese auch im Filter. Ein Sandfilter muss dann rückgespult werden. Beim Kartuschenfilter reicht eine Reinigung der Kartusche aus, oder diese wird gegen eine neue ausgetauscht. Welches dieser Filtersysteme das bessere ist und warum, erkläre ich in dem Beitrag Poolpumpe mit Sandfilter vs. Kartuschenfilter – das ist der bessere Filter für deinen Pool.

Schritt 3: Den Pool gründlich abschrubben 

Bürste mit einer Poolbürste mit Teleskopstange die Stufen, Wände und den Boden des Pools gründlich ab. Für den Poolboden empfiehlt sich der Einsatz eines Poolsaugers als automatisch arbeitender Roboter. Haben sich die wie Schimmel aussehenden Schwarzalgen angesiedelt, müssen diese speziell behandelt werden. Diese Algenart besitzt eine Schutzschicht, die das Eindringen von Chemikalien verhindert. Deshalb müssen bei Schwarzalgen spezielle Mittel verwendet werden. 

Schritt 4: Chlore den Pool

Chlore den Pool mit Calciumhypochlorit, wobei du die Anweisungen des Herstellers genau beachten solltest. Du kannst auch Dichlor einsetzen. Allerdings besteht die Gefahr, dass dabei zu viel Säure erzeugt wird, was die Desinfektionswirkung des Chlors stark behindern kann. 

Generell sollte der Chlorgehalt bei etwa 0,5 bis 1,0 mg freiem Chlor je einem Liter Wasser liegen. Wird ein Pool stark genutzt oder ganztägig scheint die Sonne, kann der Chlorgehalt auf 1,2 mg je Liter Poolwasser erhöht werden. Ist eine derartige Menge freien Chlors im Wasser, wird dieses optimal desinfiziert.  

Beim Umgang mit diesen Chemikalien sind immer eine gute Schutzbrille und säurefeste Gummihandschuhe zu tragen. Es ist ratsam, auch Gummistiefel anzuziehen.  

Schritt 5: Erneuter Test des Poolwassers 

Hat das Chlor über Nacht gewirkt, ist am folgenden Morgen ein neuerlicher Test des Wassers notwenig. Der pH-Wert sollte leicht basisch sein und der Chlorgehalt sollte auf keinen Fall 0,5 mg je Liter unterschreiten. Bei starkem Algenbefall kommt es regelmäßig vor, dass der Chlorgehalt unterschritten wird. Warte ein oder zwei Tage und chlore dann erneut.

Schritt 6: Algizid hinzufügen

Bei sichtbarem Algenbefall ist 24 Stunden, besser 48 Stunden nach dem letzten Chloren die Zugabe eines Algizids ratsam. Diese Mittel lösen auch die Schutzhüllen von Schwarzalgen auf. Wird das Algizid zugegeben, sollte die Poolfilterpume für mindestens 24 Stunden dauerhaft betrieben werden. Nur dann kann das Produkt auch die Algen in den Rohrleitungen, im Filter und in der Poolpumpe selbst zerstören. 

Schritt 7: Reinige den Pool erneut

Hat auch das Algizid seinen Dienst verrichtet, heißt es wieder den gesamten Pool abschrubben. Du wirst sehen, dass sich jetzt die Schwarzalgen leichter entfernen lassen, nachdem das Algizid eingesetzt wurde. 

Schritt 8: Mit dem Poolsauger Restschmutz entfernen

Verwende einen Skimmer, um Blätter und andere Objekte von der Wasseroberfläche zu entfernen. Mit dem Poolsauger oder einem Saugroboter werden anschließend die losen Ablagerungen der Poolreinigung und Algenbekämpung aufgenommen und entsorgt. 

Schritt 9: Lass die Poolpumpe mit dem Filter arbeiten

Mindestens 24 Stunden sollte die Poolpumpe laufen, um allen Schmutz und Partikel aus dem Wasser entfernen zu können. Erst danach und wenn das Wasser kristallklar ist, kann die Poolpumpe abgeschaltet werden.

Schritt 10: Reinige den Poolfilter

Durch die aufwendige Prozedur der Algenbekämpfung wurde derart viel Dreck in den Filter gespült, dass dieser zum Abschluss unbedingt nochmals zu reinigen ist.

Fazit:

Der Aufwand der Algenbekämpfung in 10 Schritten ist derart hoch, dass es für jeden Poolbesitzer besser ist, vorbeugend zu handeln. Werden der empfohlene pH-Wert und der Chlorgehalt eingehalten, ist die Bildung von Algen weitgehend unterbunden. Und die regelmäßige Reinigung des Pools und der Filteranlage ist aus hygienischen Gründen bereits eine Verpflichtung.  

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