Schmutzwasserpumpe Installation

Installation einer Schmutzwasserpumpe – schrittweise Montageanleitung für Nerds

Um Schmutzwasser zu fördern, stehen drei verschiedene Pumpentypen zur Auswahl. Diese sind Geräte in Nass- oder Trockenaufstellung sowie hochwertige Tauchpumpen. In der Hauptsache werden Schmutzwasserpumpen in Trockenaufstellung bevorzugt, worauf auch wir das Hauptaugenmerk in diesem Artikel richten. Damit jede dieser Schmutzwasserpumpen optimale Fördermengen liefert und lange ihren Dienst versehen kann, sind einige Regeln bei der Installation zu beachten. Wie du diese Pumpen richtig installierst, erkläre ich dir in diesem Handwerkerreport. 

Tipp: Du weißt nicht welche Schmutzwasserpumpen für dich geeignet ist? In unserem Schmutzwasserpumpen Test, stellen wir dir die beliebtesten Modelle vor.

Tauchpumpe als Schmutzwasserpumpe einsetzen

Eine Tauchpumpe bietet als Hauptvorteil Mobilität. Dieser Pumpentyp kann schnell nahezu überall zum Einsatz gebracht werden. Bei der Inbetriebnahme ist unbedingt darauf zu achten, dass die Pumpe immer an einem separaten Seil in das Medium eingetaucht wird. Lasse diese Art der Schmutzwasserpumpe niemals am stromführenden Kabel ins Wasser tauchen oder ziehe am Kabel. Dies verursacht sehr schnell winzige Lecks, wodurch die Pumpentechnik zerstört werden kann. 

Zudem ist es bei einer getauchten Pumpe wichtig, dass diese nicht durch die eigene Tätigkeit ins Rotieren oder Pendeln gerät. Sollte sich die Schmutzwasserpumpe im Wasser ungewöhnlich stark bewegen, kann das Gerät mit einem Seil und einem Gewicht als eine Art Anker beschwert und so in Position gehalten werden. Damit wird Kavitation unterbunden, was die Förderleistung und die Lebensdauer der Pumpe beeinträchtigen würde. 

Tauchpumpe mit Korb oder Häcksler 

Ist das zu fördernde Wasser stark verunreinigt, schwimmen Feststoffe im Medium, ist es ratsam, die Pumpe in einen Treibgutkorb zu hängen oder zu stellen. So werden die groben Stücke vom Pumpwerk ferngehalten, was einen reibungslosen Betrieb garantiert. Eine Alternative sind tauchende Schmutzwasserpumpen mit vorgebautem Häckselwerk. Dies ist eine Art Schredder, ein Zerkleinerer, der alle Feststoffe im Wasser auf eine pumpbare Größe reduziert. Allerdings sind diesen Häckslern Grenzen gesetzt. Metalle und Stein widerstehen dem Schneidwerk für gewöhnlich. Außerdem kann es zum Blockieren kommen, insbesondere wenn lange Fasern, Seile, Drähte, Stoffe oder Ketten zusammen mit dem Wasser angesaugt werden.  

Flachsaugende Schmutzwasserpumpen

Die perfekte Schmutzwasserpumpe bei Überschwemmungen ist eine Tauchpumpe mit flachsaugender Aufnahme. Steht beispielsweise der Keller unter Wasser, lässt sich mit einer gewöhnlichen Tauchpumpe der Wasserpegel deutlich senken. Allerdings verbleiben bis zu 30 Millimeter Restwasser, abhängig vom Pumpenmodell. Eine flachsaugende Schmutzwasserpumpe besitzt eine besondere Aufnahme und kann so Räume nahezu vollständig trocken legen. Es verbleiben für gewöhnlich nur ein bis drei Millimeter Restwasser, welches leicht aufgewischt werden kann. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus macht dies im Vergleich zu einer normalen Schmutzwasserpumpe einen Unterschied von etwa 2.000 Litern Wasser.  

Schmutzwasserpumpen in Nassaufstellung 

Wird eine Pumpe in einem Pumpengrund oder Pumpenschacht zur Förderung von Schmutzwasser installiert, wird damit der ganzjährige, frostsichere Betrieb erreicht. Dies geschieht zumeist dann, wenn Abwässer auf ein höheres Niveau zu pumpen sind. Beispielsweise bei einem Haus in Hanglage, wo die Kanalisation oberhalb der Flurhöhe des Erdgeschosses verläuft. Aber auch bei Dränageschächten oder Schächten für Sicker- oder Jauchegruben wird diese Installationsart mitunter bevorzugt. Für diesen Pumpentyp gelten im Prinzip die gleichen Regeln, wie für Schmutzwasserpumpen in Trockenaufstellung, welche du nachfolgend nachlesen kannst.  In einem weiteren Artikel erklären wir dir übrigens den genauen Unterschied zwischen Pumpen mit Trockenaufstellung und Pumpen mit Nassaufstellung.

Schrittweise Anleitung zur Installation einer Schmutzwasserpumpe in Trockenaufstellung

Schmutzwasserpumpe installieren Schritt für Schritt Anleitung

Die Regeln bei der Installation einer Schmutzwasserpumpe sind auf nahezu jeden Pumpentyp übertragbar. Insbesondere die Montage der Saugleitung, der Druckleitung und der verschiedenen Anbauteile ist auch für andere Pumpen gültig. 

Schritt 1: Geeigneten Standort finden  

Es mag banal klingen, aber der Standplatz für die Pumpe kann entscheidend dazu beitragen, dass das Gerät lange und störungsfrei seinen Dienst versieht. Wichtig bei der Standortwahl ist, dass…

  • der gewählte Ort permanent trocken ist.
  • die Pumpe nicht verdrecken oder einstauben kann. 
  • der Platz überflutungssicher ist. 
  • die Pumpe für Wartungsarbeiten und eventuelle Reparaturen leicht zugänglich ist. 

Schritt 2: Stromzufuhr installieren 

Für die Schmutzwasserpumpe muss eine gesicherte und ausreichend starke Stromzufuhr installiert werden. Bekanntlich sind Wasser und Elektrizität keine gute Kombination und obendrein äußerst gefährlich. Deshalb rate ich dazu, eine Schmutzwasserpumpe immer mit einer eigenen, besonders flinken Sicherung anzuschließen. Um ehrlich zu sein; meine Schmutzwasserpumpe ist an einen separaten Sicherungsautomaten angeschlossen. Trotzdem habe ich in der Leitung eine zweite, sehr flinke Glassicherung eingebaut. Durch diesen getrennten Anschluss hast du zudem die Möglichkeit, den Strom bei Wartungsarbeiten abzuschalten, ohne andere Stromkreise einzubeziehen. 

Schritt 3: Feste, erdgebundene Aufstellung der Schmutzwasserpumpe 

Damit die Pumpentechnik nicht durch die Eigenvibration beschädigt wird und sich die Pumpe nicht selbstständig machen kann, ist es ratsam das Gerät fest mit dem Untergrund zu verankern. In der Regel wird dazu eine Betonplatte gegossen, aus der Bolzen zur Verschraubung ragen. Wichtig ist es, eine Gummimatte oder ein ähnlich dämmendes Material unterzulegen. So werden die Eigenvibration der Pumpe und der Geräuschpegel reduziert.  

Schritt 4: Druckseitigen Schlauch anschließen

Die Druckleitung, egal ob Schlauch oder Rohr, muss immer vor der Saugleitung angeschlossen werden. Hintergrund ist, dass die Saugleitung mit Wasser befüllt wird, um der Pumpe das Ansaugen zu erleichtern. Um Kavitation in der Druckleitung zu vermeiden, sollte das erste Stück Leitung direkt an der Pumpe möglichst gerade sein. Wird ein Schlauch verwendet, ist auf dessen Belastungsfähigkeit zu achten. Kraftvolle Schmutzwasserpumpen erreichen einen hohen Druck, der einen normalen Gartenschlauch nach kurzer Zeit zum Platzen bringen kann. Bei Gartenschläuchen in normal gebräuchlichen Längen von bis 15 Metern reicht für gewöhnlich ein direkter Anschluss aus. Bei längeren Druckleitungen kann es nützlich sein, ein Rückschlagventil nahe der Pumpe zu installieren. Auf diese Weise tritt beim Einschalten der Pumpe sofort Wasser aus der Leitung aus. Ohne dieses Verschlußventil kann es eine Weile dauern, bis Wasser am Ende der Druckleitung austritt. Meist tritt zuerst ein Wasser-Luft-Gemisch aus. Es zischt, spritzt und mitunter schlägt das Schlauchende wild um sich (hier erfährst du, was man bei Saugschläuchen von Gartenpumpen beachten muss) . Du kannst dich auf dieser Webseite übrigens auch explizit über Gartenpumpen informieren.

Schritt 5: Saugleitung an die Schmutzwasserpumpe anschließen  

Am Pumpeneinlass ist in der Regel ein Stutzen angebracht, über den eine Saugleitung mittels einer Schlauchklemme befestigt werden kann. Alternativ ist ein Schraubgewinde in gängiger Größe vorhanden. Dann findet sich im Zubehör auch meist der dazugehörige Anschluss für die Saugleitung. Bei größeren Pumpen wird zudem gerne ein Bajonettverschluss genutzt, wobei auch hier das Gegenstück für die Saugleitung meist zum Lieferumfang der Schmutzwasserpumpe gehört. 

Schlauch oder Rohrleitung? 

Es kommt auf die Gegebenheiten an, ob für die Saugleitung ein Rohr oder ein Schlauch vorteilhaft ist. Generell ist ein Saugrohr vorzuziehen, weil es in sich stabiler ist, weniger Kavitation verursacht und kaum durch Eigenbewegungen Störungen im Pumpenbetrieb verursacht. Wird ein Saugschlauch an die Schmutzwasserpumpe angeschlossen, muss sichergestellt sein, dass dieser ausreichend stabil ist. Ist das Material nicht hart genug, kann der Saugdruck dazu führen, dass sich die Schlauchwände zusammenziehen. Mitunter wird der Schlauch flach wie eine Briefmarke und lässt dann kein Wasser mehr passieren.   

In einem weiteren Blogbeitrag beschäftigen wir uns zudem mit der Frage, was die Vorteile von Edelstahl Schmutzwasserpumpen sind.

Schritt 6: Rückschlagventil in die Saugleitung einbauen

Am Ende der Saugleitung sollte ein Rückschlagventil dafür sorgen, dass immer Wasser in der Leitung steht. Grund dafür ist, dass ansonsten die Pumpe bei jedem Anlaufen zuerst Luft ansaugt, bis endlich Wasser in der Leitung aufgestiegen ist. Dieses trockene Anlaufen schadet der Pumpentechnik, denn diese wird nicht ausreichend gekühlt. Außerdem wird unnötig Energie vergeudet, was sich auf der Stromrechnung bemerkbar macht. Vor dem ersten Start der Pumpe muss die Saugleitung mit Wasser befüllt werden. So vermeidest du, dass die Pumpe Luft ansaugt und du siehst, ob das installierte Rückschlagventil dicht hält.  

Schritt 7: Optional Niveauschalter installieren   

Damit die Schmutzwasserpumpe vollkommen automatisch ihren Dienst versehen kann, ist ein Niveauschalter vonnöten. Dieser ist auf einen bestimmten Wasserstand einstellbar, sodass die Schmutzwasserpumpe einschaltet, wenn dieses Niveau erreicht ist. 

Schritt 8: Abschließender Check der Installation der Schmutzwasserpumpe 

Vor dem Probelauf solltest du überprüfen, ob die Pumpenanlage reibungslos funktionieren wird – zumindest in der Theorie. Die nachfolgende Checkliste hilft dir dabei und sie ist zudem ein guter Tippgeber, um bei einer Störung den Fehler im System zu finden.

  • Ist die Saugleitung dicht? Weder Luft noch Wasser dürfen eindringen oder austreten können, auch nicht beim Ansaugen. 
  • Reduziere Leistungsverluste bei der Förderung des Wasser durch eine möglichst kurze Saugleitung.   
  • Aufsteigend muss die Saugleitung installiert werden, also zur Pumpe hin, denn so werden Luftblasen vermieden.
  • Installierst du ein Saugrohr, vermeide es unbedingt, Winkel einzubauen.
  • Der Saugschlauch soll möglichst gerade verlaufen. Notwendige Kurven müssen einen großen Radius aufweisen, um Saugverluste und Kavitation zu verhindern.
  • Die Saugleitung muss einen größeren Durchmesser aufweisen als die Ansaugöffnung an der Schmutzwasserpumpe. Bereits bei gleich großem Durchmesser kann es zur Kavitation kommen und der Pumpenmotor kann überlastet werden.  
  • An der Ansaugöffnung beginnend, sollte das erste Stück der Saugleitung gerade sein. 
  • Ist das Rückschlagventil korrekt eingebaut. 
  • Steht Wasser in der Saugleitung.  
  • Saugt die Pumpe Wasser an, dessen Pegel höher als die Pumpe selbst liegt, ist ein Absperrventil vorteilhaft. 
  • Sind reichlich Feststoffe im Schmutzwasser, schafft ein Saugkorb Abhilfe.
  • Lasse die Saugleitung möglichst tief in das Wasser eintauchen, um Wirbel zu vermeiden. Allerdings sollte auch ein Sicherheitsabstand zum Grund gewahrt bleiben. 
  • Damit alle Anschlüsse und Verbindungen dicht sind, solltest du Teflon nutzen.
  • Überprüfen den festen Sitz der Schlauchschelle oder der Schlauchkupplung. 
  • Tritt ein Leck an einer Verbindung auf, schaffen Flachdichtungen zumeist Abhilfe. 
  • Insbesondere bei einem Saugschlauch solltest du beim ersten Anlaufen der Schmutzwasserpumpe genau darauf achten, ob sich das Schlauchende stark bewegt, pendelt oder rotiert. Ist dies der Fall, kannst du ein Seil und ein Gewicht befestigen, was als Anker dient und die Bewegungen eindämmt 
  • Wenige Tage nach der Inbetriebnahme der Schmutzwasserpumpe solltest du alle Anschlüsse und Verschraubungen prüfen. Besonders bei einer benzinbetriebenen Schmutzwasserpumpe solltest du auf  eine Fachgerechte Installation Wert legen.

Wichtig: Du hast deine Schmutzwasserpumpe fachgerecht montiert? Sehr gut! Achte allerdings nun auch noch auf ein regelmäßiges Reinigen der Pumpe. Dadurch beugst du Verstopfungen und Blockaden vor.

Fazit 

Eine Schmutzwasserpumpe zu installieren ist sicher von jedem Heimwerker durchführbar, egal welcher Pumpentyp gewählt wurde. Halte dich einfach an die Grundregeln, die für alle Pumpen gelten. Luft ist nie gut, Strom und Wasser sind strikt zu trennen und Wasser darf nur dort sein, wo es hingehört.   In einem weiteren Artikel auf dieser Webseite beschäftigen wir uns zudem mit der Frage, welcher Pumpenmotor für Schmutzwasserpumpen der beste ist und ob man mit diesen auch Waschmaschinenwasser beseitigen kann .